MAKLERTEST FÜR EIGENTÜMER

JEDER EIGENTÜMER BEKOMMT DEN MAKLER, DEN ER VERDIENT. DESHALB PRÜFE, WER SICH FÜR SEINE IMMOBILIE BINDET. WORAUF SIE ACHTEN MÜSSEN, SAGT IHNEN FRANCK WINNIG

Sie brauchen keinen Makler
Grundsätzlich nicht. Erst vor ein paar Wochen sprach ich mit einer Eigentümerin in Bremen, die eine geerbte Wohnung verkaufen will. Zwei Zimmer, Lage so lala, alle Unterlagen da: Wir schätzten den Wert der Immobilie auf 83.000 Euro. Ich sagte ihr, dass sie dieses Objekt mit einem Onlineinserat auch gut selbst verkaufen könne, da brauche sie uns nicht unbedingt.

Tatsächlich klingelte ein paar Tage später, während sie klar Schiff machte, ein Nachbar und machte ein Kaufangebot. Wenn der Interessent nun auch finanzierungssicher ist, brauchte sie definitiv keinen Makler und nicht einmal uns!

Wann welcher Makler gut für Sie ist
Ein guter Makler ist immer Dienstleister. Es kann ein Mann sein, ich selbst bevorzuge Frauen, die langjährige Erfahrung haben – denn Maklerinnen bringen oft viel Herz und ein gutes Einfühlungsvermögen mit. In der Top-Ten-Liste von DAS WEISSE BUERO stehen nicht umsonst sechs Frauen vier Männern gegenüber.

Ein guter Makler/eine gute Maklerin nimmt Ihnen Arbeit ab und hat professionelles Knowhow. Nutzen Sie den Maklerservice, wenn Sie keine Zeit haben. Oder nicht vor Ort sind. Lassen Sie den Profi ran, wenn Ihre Immobilie erklärungsbedürftig ist. Setzen Sie immer auf einen Makler, der Ahnung vom Bauen hat, z. B. wenn Ihre Immobilie renovierungsbedürftig ist. Engagieren Sie immer, immer einen Makler, wenn Sie schnell zu einem sehr guten Preis verkaufen müssen.

Test 1: das Exposé
Hat es gute Texte und wird auch die Lage ausführlich beschrieben? Das zeigt nämlich, dass der Makler sich dort auskennt. Wir selbst bieten Maklern einen automatischen Exposéschreiber an (www.immobilien-texte.de) und inzwischen haben mehr als 150 Kunden das revolutionäre Tool abonniert. Damit so ein Text Ihnen hoffentlich niemals passiert:

„Sehr gepflegter und dem alter entsprechender Bungalow mit hochwertig nutzbarem Vollkeller, einer Einbauküche mit Essecke, zwei Bädern, Sauna mit separater Dusche, großer Garage sowie vielen weiteren Extras! Weitere Beschreibung: Nichtraucher.“

Das ist die Beschreibung eines Hauses eines Berliner Maklers. Kein Textauszug: Das ist der komplette Beschreibungstext eines Verkaufsobjekts für weit mehr als 400.000 Euro. Das ist alles, was es über dieses arme Häuschen zu sagen gibt. Welches Haus, bitte, hat das verdient? Welcher Eigentümer? Und welcher (nichtrauchende) Interessent? Willkommen in der Prosawelt deutscher Makler.

Test 2: die Fotos
Auf unseren Eigentümerseminaren lasse ich die Teilnehmer gerne liegen gebliebene Söckchen in den Online-Exposés zählen. Bringt echt Laune. Und mal ehrlich: Manche Fotos der Makler würde meine Nichte mit ihrem Handy besser machen und die kann auch nicht fotografieren. Aber die ist sieben.

Test 3: der Kennenlerntermin
Manche Makler zücken schneller die Kamera, als man Guten Tag sagen kann. Das sollten Sie niemals erlauben: Sonst steht Ihr Haus womöglich am nächsten Tag ohne Ihre Einwilligung im Netz. Lassen Sie sich nicht zur Unterschrift drängen, sagen Sie ehrlich, dass Sie noch andere Immobilienmakler treffen wollen.

Test 5: der Alleinauftrag
Manche Eigentümer engagieren gerne gleich zwei oder drei Makler. Ohne Exklusivauftrag. Aber glauben Sie mir: Es ist wie bei den vielen Köchen und dem berühmten Brei. Mehr Makler heißt nicht schneller verkaufen, sondern meist später zum niedrigen Preis verkaufen.

Ich sah einmal ein Inserat einer Wohnung in bester Innenstadtlage in München. Es gab sie zu drei verschiedenen Preisen: von privat für 235.000 Euro, von Makler 1 für 245.000 und Makler 2 für 242.000 Euro. Ich rief den Verkäufer an und lernte ihn kennen. In drei Monaten war nix passiert.

Ich hatte eine Idee. Welche Rolle eine Leiter, ein Malerkittel und ein Sushikoch dabei für eine Rolle spielten, erzähle ich Ihnen, wenn wir uns persönlich kennen lernen. Es ist meine Lieblingsstory zum Thema „viele Makler ohne Auftrag“.